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#Persönlichkeitsentwicklung

Warum Sie großzügig zu sich selbst sein sollten

Jugendlicher in einer Berglandschaft breitet Arme aus

Warum Sie großzügig zu sich selbst sein sollten

Ragnhild Struss

Unsere Gedanken filtern unsere Wahrnehmung. Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie darüber nachdenken, wie viele Menschen wohl einen roten Golf fahren, werden Sie plötzlich unendlich viele davon auf den Straßen sehen. Denn aus den Abermillionen Eindrücken aus unserer Umwelt lassen wir diejenigen in unser Bewusstsein vordringen, auf die wir gedanklich fokussiert sind.

Unsere bewusste Wahrnehmung wiederum hat einen großen Einfluss auf unsere Gefühle. Die Gefühle werden zu Gedanken und bestimmen wiederum, was wir wahrnehmen. Ein Kreislauf. Wenn ich also die ganze Zeit denke: "Ich Idiot, nichts gelingt mir", dann schärfe ich damit – ob ich will oder nicht – meine Wahrnehmung für die Dinge, die mir schwerfallen, oder die ich vielleicht mal nicht so gut gemacht habe.

Je mehr meine Innenwelt darauf trainiert ist, das Negative in den Mittelpunkt zu rücken, desto mehr werde ich mir Situationen suchen, die meine Gedanken bestätigen. Denn auch wenn dieser Kreislauf dysfunktional ist, also zu keinem guten Ergebnis führt, erliegen wir dem psychologischen Phänomen, uns wenigstens selbst bestätigen zu wollen. Und schon ist der Selbstsabotage-Mechanismus perfekt. Die Realität wird uns nach und nach immer düsterer vorkommen, und unser Selbstwert wird sinken.

Das Gleiche gilt für Fragen: Das Gehirn arbeitet wie ein Hochleistungscomputer, der uns auf jede Frage eine Antwort geben wird. Wenn wir uns also destruktive Fragen wie „Warum kriege ich aber auch nichts hin?“ stellen, dann sorgt unser Inneres dafür, uns eine Antwort zu liefern, die mit „Weil du...“ beginnt. Je öfter man sich das dann vorkaut, desto manifester werden die Antworten, und irgendwann sind es in Stein gemeißelte Glaubenssätze wie „Ich bin zu dumm, um erfolgreich zu sein.“ Oder „Ich bin zu lieb, um Karriere zu machen.“

Auf Positives fokussieren und Kräfte mobilisieren

Und jetzt merken Sie schon: Oh Mist, das führt ja zu nichts. Richtig! Deshalb ist es wichtig, positives Denken zu entwickeln. Diese zwei Mechanismen – Wahrnehmung durch Gedanken fokussieren und Antworten auf innere Fragen produzieren – funktionieren nämlich ebenso gut auf positiver Ebene. Und das ist der Grund, warum Sie großzügig mit sich selbst sein sollten: Weil es Sie optimistischer und erfolgreicher macht. Je mehr positive Gedanken Sie sich machen, desto mehr positive Möglichkeiten werden Ihnen ins Auge fallen. Und wenn Sie sich dann noch positive Fragen wie „Wie könnte mir das jetzt gelingen?“ oder „Welche Kräfte kann ich mobilisieren, um diese Aufgabe zu schaffen?“ stellen, dann wird Ihr Inneres Ihnen die  wunderbaren Ressourcen aufzeigen, die in Ihnen stecken.

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