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#Bewerbungstipps

Bewerbungsgespräch: Mit smarten Fragen punkten

Bewerbungsgespräch: Mit smarten Fragen punkten

Bewerbungsgespräch: Mit smarten Fragen punkten

Ragnhild Struss

Am Ende eines Bewerbungsgesprächs, wenn Personaler alle fachlichen und persönlichen Informationen eingeholt haben, bleibt nur noch eine Frage offen: "Haben Sie noch Fragen?" Warum Sie darauf auf keinen Fall mit "Nein" antworten sollten, und wie Sie stattdessen mit smarten Rückfragen punkten können, erfahren Sie im folgenden Video:

 

Video-Zusammenfassung:

Bei der letzten Frage im Vorstellungsgespräch - "Haben Sie noch Fragen?" - passieren häufig Fehler: Meist stellt sich in diesem Moment Erleichterung bei den Bewerbern ein und sie denken, das Gespräch sei bereits vorbei. Um das Ende nicht weiter hinauszuzögern, winken viele schnell ab und antworten: „Nee, eigentlich haben Sie mir alles beantwortet.“  Diesen Impuls sollten Sie sich aber verkneifen. Denn damit verprellen Sie nicht nur Ihren Interviewer, sondern verpassen auch wichtige Chancen für sich selbst:

  • Sie könnten die Gelegenheit nutzen, um gezielt mehr über das Unternehmen und die Menschen, mit denen Sie dort zusammenarbeiten würden, zu erfahren.
  • Durch das Stellen intelligenter Fragen könnten Sie unter Beweis stellen, dass Sie über die Eigenschaften verfügen, die für die zu besetzende Position wichtig sind: zum Beispiel Eigeninitiative und Mut.
  • Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Sie von ihren Interviewern ausgefragt. Nun haben Sie die Chance, mit ihnen in einen Dialog zu treten. Das wirkt nicht nur smart, sondern auch interessiert und kommunikativ.

Um diese Chancen erfolgreich für sich zu nutzen, kommt es natürlich nicht nur darauf an, dass Sie etwas fragen, sondern vor allem darauf, was Sie fragen. Diese sieben Tipps möchte ich Ihnen dafür mitgeben:

  • #1: Nichts wiederholen

Fragen Sie nichts, was Ihnen im Laufe des Gesprächs bereits erklärt wurde. Das bedeutet zum einen, dass Sie Ihrem Gegenüber während der gesamten Zeit aufmerksam zuhören sollten. Zum anderen sollten Sie flexibel sein: Es spricht zwar nichts dagegen, sich bereits im Vorhinein Fragen zu überlegen und auswendig zu lernen. Aber beten Sie diese nicht einfach herunter, sondern sortieren Sie diejenigen im Kopf aus, die schon beantwortet wurden.

  • #2: Interesse für den Interviewer zeigen

Ich persönlich finde Fragen super, die sich an den Interviewer richten. Fragen Sie zum Beispiel: „Was lieben Sie an Ihrer Position in diesem Unternehmen?“ oder „Warum arbeiten Sie gerne für dieses Unternehmen?“ So bekommen Sie nicht nur wertvolle Informationen über die Firma, sondern können auch Ihr Gegenüber besser einschätzen.

  • #3: Nach Erwartungen und Voraussetzungen fragen

Für Sie als Bewerber ist es wichtig, die Voraussetzungen zu kennen, um auf der zu besetzenden Position erfolgreich zu sein. Eine mögliche Frage könnte sein: „Was unterscheidet in Ihrem Unternehmen einen exzellenten von einem guten Mitarbeiter?“ Dadurch erlangen Sie ein besseres Verständnis für die Erwartungen an Sie und die Menschen, die in diesem Unternehmen arbeiten.

  • #4: Herausforderungen des Jobs ermitteln

Für eine bessere Einschätzung, was Sie in der ersten Zeit im potenziellen neuen Job erwartet, bietet sich auch die Frage an: „Was muss ich tun, damit Sie nach 90 Tagen sagen, dass ich einen guten Job gemacht habe?“ Oder anders formuliert: „Welche Herausforderungen kommen in den ersten 90 Tagen in dieser Position auf mich zu?“ Das gibt Ihnen die Möglichkeit, besser einschätzen zu können, ob Sie den Herausforderungen gewachsen sind – und ob diese auch spannend für Sie sind.

  • #5: Wichtige Persönlichkeitseigenschaften erfragen

Wenn Sie mehr darüber herausfinden möchten, welcher „Typ Mensch“ in dem Unternehmen arbeitet und welche Eigenschaften dort gern gesehen sind, können Sie auch das ganz direkt fragen: „Welche Persönlichkeitseigenschaften sind in diesem Unternehmen besonders gefragt?“   

  • #6: Unternehmerische Herausforderungen ansprechen

Wenn Sie sich für unternehmensstrategische Zusammenhänge interessieren, ist es auch gut zu fragen: „Welchen Herausforderungen sieht sich das Unternehmen Ihrer Meinung nach im Moment gegenüber?“ Das ist eine sehr inhaltliche Frage, mit der Sie sicher beeindrucken können.

  • #7: Nach individueller Erfolgsdefinition erkundigen

Eine etwas allgemeiner gefasste Frage könnte lauten: „Wie definieren Sie Erfolg in Ihrem Unternehmen?“ Damit fordern Sie den Interviewer natürlich auch ein wenig heraus – das ist eine Gratwanderung. Aber wenn Sie das spielerisch und mit einem Lächeln verpacken, ohne dabei abfällig zu wirken, können Sie mit dieser Frage sicher punkten.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass Sie am Ende eines Interviews auf jeden Fall Fragen parat haben sollten – und nach Möglichkeit auch solche, deren Antworten Sie wirklich interessieren. So können Sie nach dem Interview noch besser für sich selbst feststellen, ob Sie den Job im Fall einer Zusage antreten möchten oder nicht.

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