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Die „White Coat Ceremony“: Wege für Pharmaziestudenten

Perspektiven für Pharmaziestudenten

Die „White Coat Ceremony“: Wege für Pharmaziestudenten

Ragnhild Struss

54 Pharmaziestudenten der WWU Münster konnten sich im Juni über ihr bestandenes erstes Staatsexamen und über den weißen Kittel freuen, den ihnen die Apothekerkammer Westfalen-Lippe aus diesem Anlass feierlich überreichte. Nun beginnt der klinische Teil ihres Studiums, und der Einstieg ins Berufsleben rückt langsam näher. Als Gastrednerin durfte ich der White Coat Ceremony beiwohnen und den Studenten nicht nur meine höchste Anerkennung für ihre Leistungen aussprechen, sondern auch ein paar Impulse mit auf den Weg geben. Denn letztlich steht jeder von ihnen vor der Frage, wie er seinen Kittel auf seine ganz persönliche Weise ausfüllen wird. Wenn Sie ebenfalls Pharmazie studieren und sich noch in der beruflichen „Orientierungsphase“ befinden, möchte ich Ihnen die folgenden Dinge mit auf den Weg geben:

  • Betrachten Sie sich selbst „unter dem Mikroskop“

Mit dem ersten Staatsexamen haben Sie eine wichtige Hürde genommen. Seien Sie stolz auf das, was Sie seit dem Studienbeginn erreicht haben, und nutzen Sie den Einschnitt, um Ihren Blick nach vorne zu richten. Nach dem Lernen fürs Examen ist jetzt ein guter Moment, eigene Perspektiven zu entwickeln. Und dabei fangen Sie am besten bei sich selbst an. Betrachten Sie sich unter dem imaginären Mikroskop: Was treibt Sie an? Sind es Werte wie Leistung, Disziplin und Ansehen? Oder Status und Sicherheit? Und was motiviert Sie eher: die Arbeit alleine oder im Team? Das Lernen im Labor oder am lebenden Objekt? Viel Einfluss oder hohe Ideale? Wenn Sie feststellen, welche Werte und Antreiber Ihre DNA-Doppelhelix ausmachen, können Sie daraus ableiten, welche pharmazeutischen Tätigkeitsfelder dazu passen.

  • Versetzen Sie sich gedanklich in die Zukunft

Stellen Sie sich vor, Sie wären der Zeit fünf Jahre voraus und befänden sich im Jahr 2023. Vervollständigen Sie aus dieser Perspektive nun den Satz:

    „ Ich bin so glücklich und zufrieden, jetzt, da ich...“

Vielleicht denken Sie: „… jetzt, da ich das Studium hinter mir habe und endlich nah am Menschen arbeiten kann, Anlaufstelle und fast so etwas wie ein Begleiter bin.“ Dann spricht Verantwortung aus Ihnen – und vieles für eine Laufbahn in der öffentlichen Apotheke. Möglicherweise war Ihr erster Gedanke aber auch: „…, jetzt, da ich die Möglichkeit habe, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu forschen.“ Wenn es Ihnen so geht, dann sehen Sie Ihren weißen Kittel als Auftrag und Ansporn für eine Karriere im Dienste der Wissenschaft und des medizinischen Fortschritts. Womöglich haben Sie aber auch Ihre Famulatur im Sinn und stellen sich vor: „…jetzt, da ich mein eigenes Ding machen kann, mein Fachwissen einsetzen und gleichzeitig unternehmerisch sein kann.“ In diesem Fall ist Ihr Kittel für Sie eine Brücke – in die pharmazeutische Industrie oder in die eigene Apotheke nebst Filialen.

  • Machen Sie Ihren Kittel einzigartig

Für das Satzende bestehen ebenso viele Möglichkeiten wie es Optionen für pharmazeutische Berufe gibt. Nicht jede ist für jeden die richtige. Wenn Sie sich Ihre Antreiber als Kriterien für Ihre Berufswahl vor Augen führen, werden Sie ein Gespür dafür bekommen, wo in der pharmazeutischen Welt sie am besten erfüllt sind. Wohin auch immer Sie Ihren Kittel tragen und wie auch immer Sie ihn ausfüllen: Tun Sie es auf Ihre Weise.

Video der Veranstaltung:

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