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Diese "Soft Skills" sind harte Wettbewerbsvorteile

Soft Skills

Diese "Soft Skills" sind harte Wettbewerbsvorteile

Felix Bornemann

In Zeiten, in denen Jobprofile zunehmend spezialisierter werden und sich immer mehr Menschen akademisch ausbilden lassen, zählen intrinsische Motivation und kommunikative Fähigkeiten mehr als Inhalte, die man sich aneignen kann. Der Mensch, seine soziale Kompetenz und Begeisterung sind entscheidend. Diese sogenannten „Soft Skills“ sind daher alles andere als soft – sie sind harte Wettbewerbsvorteile! Mit den folgenden Fähigkeiten können Sie als Mitarbeiter punkten und sich von der breiten Masse abheben.

Engagement: Evergreen statt One-Hit-Wonder

Häufig legen Mitarbeiter vor allem in den ersten, aufregenden Wochen großen Elan an den Tag, lassen jedoch genauso stark wieder nach, wenn sie das Gefühl haben, nicht mehr „unter Beobachtung“ zu stehen. Doch jetzt folgt die entscheidende Phase, in der es darum geht, sich langfristig als unentbehrlicher Mitarbeiter zu beweisen. Daher: Engagieren Sie sich für Ihre Kollegen und greifen Sie ihnen unter die Arme, wenn jemand Unterstützung bei dringenden Aufgaben benötigt. Falls Ihre eigene To-do-Liste dies zulässt, sollten Sie Prioritäten setzen und bestenfalls zuerst die Aufgaben erledigen, die dem gesamten Team weiterhelfen. Die freiwillige Übernahme zusätzlicher Tätigkeiten werden nicht nur Ihre Kollegen, sondern auch Ihre Vorgesetzten schätzen und entsprechend honorieren.

Zuverlässigkeit: Zeitmanagement lässt sich lernen

Engagement geht mit dem nächsten wichtigen Soft Skill Hand in Hand: Zuverlässigkeit. Damit Ihre Kollegen sich auf Sie verlassen können – und umgekehrt –, sollte eine transparente und vor allem gewissenhafte Durchführung der Ihnen übertragenen Aufgaben und Projekte für Sie selbstverständlich sein. Dazu gehört auch, dass Sie Aufgaben und Projekte ungefragt zum vereinbarten Termin erledigen, stets Ihr Wort halten und bei wichtigen Terminen pünktlich erscheinen. So weit, so gut. Sie wissen das in der Theorie bereits alles, können Ihr Wort aber in der Praxis häufig doch nicht halten, da gefühlt immer etwas dazwischenkommt? So können Sie an Ihrer Zuverlässigkeit arbeiten:

  • Sagen Sie nie voreilig Ihre Hilfe zu, sondern schätzen Sie zuerst Ihre Kapazitäten und den erforderlichen Zeitaufwand ab. Gegebenenfalls können Sie auch einen Kompromiss finden, indem Sie zum Beispiel eine Aufgabe übernehmen, die Deadline aber auf einen späteren Zeitpunkt setzen.
  • Kommunizieren Sie transparent und frühzeitig. Sollten Sie merken, dass Sie Ihr Wort durch unvorhersehbare Umstände nicht halten können, teilen Sie dies Ihrem Kollegen sofort mit, statt bis zum letzten Moment zu warten.
  • Wenn Sie dazu neigen, Dinge erst aufzuschieben und dann zu vergessen, kann eine To-do-Liste helfen. Wenn Sie sich diese täglich vorlegen, neue Aufgaben direkt aufschreiben und Erledigtes abhaken, rutscht Ihnen nichts mehr so leicht durch. Ein praktisches Tool hierfür ist Wunderlist: Damit können Sie nicht nur in Eigenregie Projekte planen und erledigen, sondern auch mit anderen Kollegen zusammenarbeiten und digitale Listen mit ihnen teilen.  

Kommunikationsfähigkeit: Den richtigen Zugang finden

In unserer Arbeitswelt stehen wir ständig im Austausch mit anderen Menschen. Ob als IT-Spezialist oder Marketingmanager, ob per E-Mail, Telefon, Facetime, Skype, Büro-Chat oder im direkten Austausch: Die Kommunikation mit Kunden, Dienstleistern oder Mitarbeitern spielt in wohl jedem Beruf eine große Rolle. Dabei können Sie einige Dinge beachten:

  • Ebenso wichtig wie der vermittelte Inhalt ist die Wahl des Kommunikationsmediums. Je nach Situation und Thema gibt es hier passendere und weniger passende Wege. Teilweise ist die Wahl auch von der Unternehmenskultur abhängig: Arbeiten Sie zum Beispiel für einen Konzern in einem großen Gebäudekomplex, wird vermutlich vorrangig per E-Mail oder Chat kommuniziert. Arbeiten Sie hingegen in einem kleinen Unternehmen mit kurzen Entfernungen, ist der direkte Weg zu Ihren Kollegen bei größeren Themen die beste Wahl. In einigen Unternehmen gilt auch die Devise: WACAMA – first walk, then call and lastly mail. Der persönliche Kontakt hat hier also die höchste Priorität.
  • Zeigen Sie Interesse an Ihren Arbeitskollegen! Allianzen werden im Zwischenmenschlichen geschmiedet. Betreiben Sie „Bürohygiene“, indem Sie zum Beispiel regelmäßig mit Ihren Kollegen gemeinsam Mittagessen gehen, sie zum After-Work-Event motivieren oder nach der Arbeit zusammen Sport treiben. Niemand verlangt enge Freundschaften innerhalb des Kollegenkreises, jedoch macht es das Leben im Arbeitskontext wesentlich leichter, wenn Sie beliebt und angesehen sind – nicht nur auf fachlicher Ebene.

Wissensdurst: Stillstand bedeutet Rückschritt

Bleiben Sie wissensdurstig: Geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, was Sie bereits kennen und können, sondern arbeiten Sie kontinuierlich an Ihren Fähigkeiten. Überlegen Sie sich, worüber Sie gern mehr erfahren möchten, und suchen Sie eigeninitiativ nach Möglichkeiten zur Umsetzung. Im ersten Schritt können Sie sich anhand von Artikeln und Büchern selbstständig in die Materie einlesen. Je nach Fachbereich bietet auch YouTube hilfreiche Video-Tutorials, anhand derer Sie sich neues Fachwissen aneignen oder in komplexe Programme einarbeiten können. Kommen Sie dann zu dem Schluss, dass eine Weiterbildung Ihnen zusätzliche wertvolle Insights verschaffen könnte, die auch Ihrem Unternehmen einen Mehrwert bieten, können Sie mit guten Argumenten zu Ihrem Chef gehen und ihn gezielt um die Teilnahme an einer bestimmten Weiterbildung bitten. Damit zeigen Sie ihm, dass Sie sich für das Unternehmen einsetzen und Ihre Leistung immer weiter verbessern möchten.

Kritikfähigkeit: Beziehungs- und Sachebene trennen

Es läuft nicht immer alles nach Plan. Daher ist Kritikfähigkeit eine besonders wichtige Eigenschaft im Arbeits- wie im Privatleben. Wenn Sie in Ihrem Job kritisiert werden, ist es wichtig, zwischen Beziehungs- und Sachebene zu unterscheiden. Das bedeutet, fein zu differenzieren, worum es geht, und nicht die Beziehung infrage zu stellen, wenn es eigentlich um eine fachliche Auseinandersetzung geht. Natürlich kann es auch Kritik an der Person oder dem zwischenmenschlichen Verhalten geben. In diesem Fall ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Aufarbeitung „blinder Flecke“ – also Eigenschaften, denen Sie sich selbst gar nicht bewusst sind, die andere aber an Ihnen wahrnehmen – gefragt. Generell sollten Sie daran arbeiten, sich nicht zu sehr über Kritik zu ärgern, sondern Sie als Ansporn für Ihre Weiterentwicklung zu betrachten. Wenn es Ihnen schwerfällt, mit Fehlern und Kritik umzugehen, kann Ihnen auch der Blog-Beitrag unserer Beraterin Christine Mahrenholz weiterhelfen: „Fail harder! Warum es sich lohnt, Fehler zu machen“.

Last but not least: Erledigen Sie Ihre Arbeit mit Leidenschaft und Begeisterung. Geben Sie sich nicht damit zufrieden, wenn Ihr Job „ganz okay“ ist. Lieben Sie Ihren Job! Feiern Sie ihn! Wie Steve Jobs bereits sagte: „The only way to do great work is to love what you do. If you haven't found it yet, keep looking. Don't settle.“

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