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Neuer Job, neue Maßstäbe: 7 Tipps für die ersten 100 Tage

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Neuer Job, neue Maßstäbe: 7 Tipps für die ersten 100 Tage

Veronika Latzel

Während an der Uni Orientierungswochen und Einführungsveranstaltungen dafür sorgen, dass man Weg und Anschluss findet, gibt es in den meisten Unternehmen kein Empfangskomitee. Das bedeutet: Selbst ist die Frau beziehungsweise der Mann! Die folgenden sieben Tipps helfen, beim Start im neuen Job Fettnäpfchen zu umschiffen und Kurs auf eine dauerhafte Anstellung zu nehmen.

1. Integration beginnt schon vor dem ersten Arbeitstag

Sofern Sie Ihren Job nicht unternehmensintern wechseln, kennen Sie die Kultur Ihres neuen Arbeitgebers bestenfalls vom „Hörensagen“ – und was Ihr internes Netzwerk betrifft, müssen Sie vermutlich ganz von vorn anfangen. Um sich möglichst schnell im neuen Job einzufinden und in das Team zu integrieren, können Sie schon vor Ihrem ersten Arbeitstag einige Vorbereitungen treffen:

  • Betreiben Sie Recherche: Auf der Firmenwebsite können Sie meist nachlesen, nach welchen Werten und Prinzipien das Unternehmen handelt, um sich besser auf Ihr neues Arbeitsumfeld einzustellen. Die Website bietet zudem eine gute Orientierungshilfe, wenn Sie sich bezüglich des Dresscodes noch unsicher sind. Sehen Sie sich an, was andere Mitarbeiter auf den Teamfotos tragen und kleiden Sie sich an Ihrem ersten Tag ähnlich, um Ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und nicht als „Neuling“ aufzufallen.
  • Sehen Sie sich auch auf Bewertungsportalen wie Kununu oder glassdoor um: Hier erfahren Sie, wie (ehemalige) Mitarbeiter die Unternehmenskultur und Faktoren wie Kollegenzusammenhalt, Arbeitsbedingungen und Vorgesetztenverhalten beschreiben. Auch wenn Sie sich am besten vor Ort selbst ein Bild machen können, können Sie sich auf diese Weise vorab einen ersten Eindruck verschaffen und sicherer in Ihren ersten Tag starten.

2. „Never eat alone“: Mannschaftsgeist statt Einzelkampf

Erster Tag, erste Frage: Wer zeigt mir, wo es langgeht? Wer nicht alleine am Seitenrand des beruflichen Spielfelds stehen möchte, sollte sich einer Mannschaft anschließen. Für Sie als neuer Mitarbeiter heißt das: dabei sein, wenn die Kollegen mittags geschlossen in die Kantine oder abends in die Kneipe gehen. Natürlich soll niemand sein Privatleben aufgeben. Aber grundsätzlich gilt: Interessieren Sie sich für Ihre Mitmenschen und sie interessieren sich für Sie. Doch Vorsicht vor Tratsch und Klüngelei! Wer die Probezeit überstehen möchte, muss nicht nur Kompetenz, sondern auch Vertrauenswürdigkeit glaubhaft leben. Aufrichtigkeit bildet den Grundstein dafür.

3. Veränderungsvorschläge mit Bedacht platzieren

Veränderungen sind für manche Unternehmen ein Reizwort, für andere ein Leitmotiv. Im neuen Job sollten Sie sich die Zeit nehmen, um herauszufinden, wo Ihr Arbeitgeber auf dieser Skala rangiert. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Arbeitsumfeld analysieren, ein Händchen für den richtigen Moment entwickeln oder im Zweifelsfall direkt nachfragen, wie offen das Unternehmen Vorschlägen gegenüber ist. Besteht ein Ideenmanagement, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass konstruktive Anregungen gewünscht sind und sogar honoriert werden. Wer hier aktiv mitdenkt und sich einbringt, kann dieses Engagement zu seinem Alleinstellungsmerkmal machen.

Missverstanden können Verbesserungsvorschläge aber auch anmaßend wirken. Deswegen sollten Sie es als Einsteiger im neuen Job vermeiden, übereifrig alles Bestehende anzuzweifeln und stattdessen Vorschläge mit Bedacht äußern, damit sie nicht zum Eigentor werden. Wer Veränderungen anregt, sollte sie schließlich auch durchführen wollen und können. Es ist in jedem Fall eine gute Strategie, sich vor dem Äußern von Kritik (sei sie auch noch so gut gemeint) eigene fachliche und persönliche Glaubwürdigkeit aufzubauen, indem man exzellente Arbeitsergebnisse und vorbildliches Verhalten vorweisen kann.

4. Verhalten reflektieren und Fehler eingestehen

Wir alle sind Menschen – auch im Büro. Und als Menschen machen wir Fehler. Das gehört dazu. Trotzdem tun sich viele sehr schwer damit, Fehler einzugestehen, und neigen stattdessen zur Schuldverschiebung. Dabei liegt im Erkennen und Einräumen von Fehlern echte Größe. Sich seiner selbst bewusst zu sein, führt zu mehr Authentizität: ein attraktiver Erfolgsfaktor der heutigen Unternehmenswelt. Mehr über den Umgang mit Fehlern und wie Sie es schaffen können, die positiven Seiten Ihrer Misserfolge und Fehler zu sehen,  erfahren Sie im Blog-Beitrag unserer Beraterin Christine Mahrenholz: "Fail harder! Warum es sich lohnt, Fehler zu machen".

5. Mit kleinen Gesten große Wirkung erzielen

Zwischen plumper Schmeichelei und echter Identifikation liegt ein weites Feld. Es geht nicht darum, Vorgesetzte zu umgarnen, sondern ihnen zu zeigen, dass man sich als Teil des Unternehmens, des Teams versteht. Häufig sind es die kleinen Gesten, die einen großen Unterschied machen. Bringen Sie zum Beispiel einen Zeitungsartikel mit, bei dem Sie an das Unternehmen gedacht haben, gehen Sie zu einem Vortrag oder besuchen Sie eine Veranstaltung, die neuen Input zu relevanten Themen gibt. Wer sich hier antizipativ einbringt und authentisches Interesse zeigt, steigert seine Chancen innerhalb des Unternehmens.

6. Intrapreneurship: Als Unternehmer im Unternehmen agieren

In Ihrem neuen Job empfehlen Sie sich dann für höhere Aufgaben und Positionen, wenn Sie von Beginn an unternehmerisch agieren und sich selbst als Unternehmer im Unternehmen verstehen. Wer in Lösungen statt in Problemen denkt, zeigt, dass er sich in Strukturen hineinversetzt, konstruktiv einbringt und anpackt. Über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, Themen zu antizipieren, frühzeitig anzugehen und Verantwortung zu übernehmen, bringt Anerkennung.

7. Sich selbst treu bleiben

Authentizität hört nicht an der Büroschwelle auf. Ganz im Gegenteil: Erfolg und Zufriedenheit im Job stellen sich nur dann ein, wenn sich persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten  beruflich entfalten können. Wer eher introvertiert und in sich gekehrt ist, muss nicht zum Büroclown mutieren. Rufen Sie sich das auch während Ihrer Einarbeitungszeit immer wieder ins Bewusstsein und verstellen Sie sich nicht, nur um von Ihren neuen Kollegen gemocht zu werden.

Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, machen Sie sich in Ihrem neuen Arbeitsumfeld schnell unentbehrlich. Und was, wenn in den ersten Monaten doch mal etwas schief geht? Der Aufdruck jedes zehnten Jutebeutels sagt es Ihnen: Aufstehen, Krone richten, Weitergehen. Wenn Sie Ihre Fehler nutzen, um daraus zu lernen, wird Sie das sowohl beruflich als auch persönlich langfristig stärken und weiterbringen.

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